Systemisches Coaching

Systemische Beratung ist der Versuch, Methoden aus der Kommunkationstheorie und der Familientherapie auf komplexere, größere, soziale Systeme zu übertragen. Sie geht davon aus, dass sich komplexe Probleme nicht lösen lassen, wenn man die Aufmerksamkeit lediglich auf ein Element eines Systems, also auf eine Person oder eine Abteilung richtet. Zudem muss die Lösung von Innen, d.h. aus dem System selbst kommen. Die MitarbeiterInnen sind die „Experten der Herausforderung“, die sie selbst haben. Durch die Fragetechnik des Zirkulären Fragens werden die Mitglieder eines Systems zu bislang nicht überdachten Zusammenhängen geführt. Zudem setzen die Coachs spezielle Methoden des Nachdenkens über das System ein. Wir praktizieren insbesondere die Analyse der Rolle. Es ist nicht über uns als ganze Person, unser gesamtes Ich, über die wir in einem System wirken, sondern über die spezielle Rolle die wir in der Familie, im Betrieb oder in der Gesellschaft einnehmen.

Das Rollenverständnis eines Menschen beeinflusst direkt sein Verhalten. Wenn dies zutrifft, dann kann eine Person ihr Verhalten verstehen, wenn sie ihre Rolle im System versteht. Daraus folgt: Wenn eine Person ihr Rollenverständnis ändert, oder eine angemessene Vorstellung der Rollenanforderungen hat, dann wird dieses Verständnis unmittelbar zu Verhaltensänderungen führen.

Im systemisch orientierten Coaching analysieren wir unsere Rollen in einem System  und  kommen über aktuelle, greifbare Probleme zu einem vertieften Verständnis darüber, wie wir in der aktuellen Rolle ticken. Durch das Studium konkreter Lebenssituationen gelangt man zu einem Verständnis über die Rollenannahmen und die Systeme.

Achtung: Das Ziel der Rollenanalyse ist es nicht, das Problem direkt zu lösen, sondern das Verständnis zu fördern, wie wir unsere Rolle im System annehmen. Die Herausforderung ist nämlich, dass Menschen oft jene Pseudoprobleme lösen, von denen sie wissen, wie man sie löst, nicht jedoch jene, die sie wirklich haben. Lösungen zu finden, ist in diesem Kontext nicht die schwierigste Aufgabe. Viel anspruchsvoller ist es, den Unterschied zwischen einem Symptom und der zugrunde liegenden Ursache zu finden.